Kamera-Briefing People/HR
Die folgenden Richtlinien geben Fotografen und Videografen konkrete Vorgaben für Perspektiven, Einstellungsgrößen und Bildaufbau.
Typische Perspektiven
Augenhöhe dominiert klar
Die meisten Portraits und Teamfotos werden auf neutraler Augenhöhe fotografiert. Das erzeugt Nahbarkeit, Vertrauen und Authentizität statt Hierarchie.
Leicht erhöhte Perspektive bei Gruppen
Bei Team- oder Baustellengruppen wird häufig minimal erhöht fotografiert (leicht von oben), damit Struktur, Gruppenzusammenhalt und Umgebung besser sichtbar werden.
Leicht untersichtige Perspektive bei Baustellenmotiven
Bei technischen Arbeitsbildern auf Linienbaustellen oder Großprojekten wird gelegentlich eine leichte Untersicht genutzt. Das verstärkt Kompetenz, Präsenz und „Macher“-Wirkung, ohne heroisch überinszeniert zu wirken.
Kamerahöhen
- Portraits: Brust- bis Augenhöhe
- Teamfotos: leicht erhöht
- Baustellenbilder: auf Arbeitsniveau oder leicht tiefer
- Ansprechpartnerfotos: klassische Headshot-Höhe
→ insgesamt eher dokumentarisch als werblich.
Einstellungsgrößen
Portrait
Vor allem bei Ansprechpartnern und HR-Personas:
- Kopf bis Schulter
- Kopf bis Oberkörper
Ziel: Persönlichkeit, Vertrauen, direkte Ansprache
Beispiel: Ansprechpartner vor Ort / Mitarbeiterportraits.
Halbtotal
Die häufigste HR-Einstellung:
- Person von etwa Knie bis Kopf
- Arbeitsumfeld sichtbar (Maschinen, Baustelle, Werkstatt, Büro)
Ziel: Mensch + Funktion + Kontext gleichzeitig zeigen
Typisch für:
- Azubis
- Fachkräfte
- Bauleitung
- Recruitingmotive
Totale
- Für Baustellen, Großprojekte und Gruppen
- Menschen werden kleiner im Raum
- Umfeld erzählt stark mit
Ziel: Dimension, Projektgröße, Teamleistung, Infrastruktur
Typisch für:
- Linienbaustellen
- Projektseiten
- Teamgruppen
Nähe / Distanz Mensch–Umgebung
Sehr charakteristisch: mittlere Distanz
Menschen sind nie freigestellt „vor neutralem Hintergrund“, sondern immer klar im beruflichen Kontext.
Typisch:
- Helm + Baustelle
- Werkstatt + Werkzeug
- Büro + Technik
- Team + Projektumgebung
Die Umgebung ist nicht Dekoration, sondern Teil der Aussage:
→ hohe Glaubwürdigkeit, wenig Stockfoto-Gefühl
Bildaufbau und Fokus
Klarer Fokus auf Person(en)
Menschen sind fast immer der primäre Blickfang:
- Schärfe auf Gesichtern
- Hintergrund leicht reduziert, aber nicht unsichtbar
- Blickführung über Körperhaltung + Arbeitsgerät
Bildaufbau
Typisch: Zentral bis leicht off-center
- Person nicht streng mittig
Tiefe durch Vorder-/Hintergrund
- Maschinen
- Rohre
- Baustellenachsen
- Werkstattstrukturen
→ erzeugt räumliche Tiefe und technische Ernsthaftigkeit
Gruppenbilder
- kompakte Formation
- eher nebeneinander als locker verteilt
- Zusammenhalt vor Individualisierung
Definierter Inszenierungsgrad
„authentisch inszeniert“
Nicht rein spontan/reportagehaft, aber auch nicht hochgl̈anzig werblich.
Typisch:
- echte Mitarbeitende statt Models
- reale Arbeitsorte
- bewusst gutes Licht / saubere Komposition
- kontrollierte Körpersprache
- gepflegte, aber glaubwürdige Arbeitssituation
- „echt, aber professionell geführt“
Kein:
- übertriebenes Lachen
- künstliche Start-up-Posen
- sterile Studioästhetik
Kurze Do- / Don’t-Beispiele
DOs
- Mitarbeiter in echter Arbeitssituation
- Halbtotal mit sichtbarem Arbeitskontext
- Blickkontakt oder natürliche Tätigkeit
- Augenhöhe
- leicht reduzierte, aber reale Hintergründe
- kleine Gebrauchsspuren / echte Umgebung zulassen
- Gruppen kompakt und glaubwürdig positionieren
- „kompetent + nahbar + echt“
DON’Ts
- freigestellte Personen vor weißem Hintergrund
- übertr̈ieben gestellte Business-Smile-Fotos
- extreme Weitwinkel-Verzerrung
- starke Untersicht („Hero Shot“)
- sterile Hochglanz-Baustelle ohne Realitätsbezug
- Stockfoto-artige Handschlag-Szenen
- zu starke Beauty-Retusche
- „unglaubwürdig + austauschbar + Konzern-Stockfoto“